
Die Rikscha im Einsatz © Bernd Zielke / ADFC Velbert
Durchführen von Fahrten mit einer Fahrradrikscha
Freude bereiten bei Bewohner:innen von Seniorenresidenzen und dem Hospiz
Im vergangenen Jahr trat Herr Punsmann, ein Mitarbeiter der katholischen Kirche in Velbert, an mich heran. Er fragte, ob wir uns als ADFC Velbert vorstellen könnten, Fahrer:innen zu gewinnen, die Ausfahrten mit Bewohner:innen sozialer Einrichtungen unternehmen. Falls dies möglich sei, würde er für die katholische Kirche in Velbert eine entsprechende Rikscha anschaffen.
Wir haben uns daraufhin getroffen, um die Idee näher zu besprechen. Da ich den Gedanken sehr überzeugend fand, habe ich einen Rundbrief an die Mitglieder unserer Ortsgruppe geschrieben. Prompt erklärten sich zwei weitere Personen bereit, sich ein Engagement in diesem Projekt vorstellen zu können.
Um erste Eindrücke zu sammeln, besuchten wir den ADFC Hattingen, der bereits zwei solcher Rikschas im Einsatz hat. Dort konnten wir uns die Fahrzeuge ansehen, eine Probefahrt machen und wichtige Erfahrungen darüber gewinnen, worauf es im praktischen Betrieb ankommt.
Das Fahren mit einer Rikscha unterscheidet sich deutlich vom Rad- oder Pedelecfahren: Zum einen aufgrund der größeren Breite, zum anderen wegen des höheren Gewichts, das vor allem bei stärkeren Steigungen problematisch sein kann. Und Steigungen gibt es in Velbert bekanntlich reichlich.
Nachdem feststand, dass wir das Projekt realisieren können, kümmerte sich Dieter Tillmann, der technisch versierteste unter uns, um die Auswahl und Ausstattung der Rikscha. Anschließend trafen Herr Punsmann und ich uns mit der verantwortlichen Mitarbeiterin des Hospizes in Velbert, um zu klären, ob und wie solche Fahrten dort organisiert werden könnten.
Nach Ankunft der Rikscha unternahmen wir im Team zunächst mehrere Probefahrten, um geeignete und sichere Strecken in Velbert zu ermitteln. Bis zum Winter führten Dieter Tillmann und ich bereits mehrere Ausfahrten mit Bewohner:innen des Hospizes durch. Es war für uns eine besondere Freude mitzuerleben, wie sehr sie diese Fahrten genossen.
Da es im Hospiz aus naheliegenden Gründen schwierig war, feste Termine zu vereinbaren, weiteten wir das Angebot bald auch auf eine Seniorenresidenz aus.
Im Frühjahr dieses Jahres kamen weitere Interessierte hinzu – sowohl aus dem ADFC Velbert als auch von außerhalb. Anfang des Jahres trafen wir uns zu einem gemeinsamen Austausch, bei dem auch das beigefügte Gruppenfoto entstand.
Wir beschlossen, mehrere Teams zu bilden, die jeweils an festen Tagen für bestimmte Einrichtungen zuständig sind. So haben die Fahrer:innen in den Einrichtungen feste Ansprechpersonen, und die Organisation gestaltet sich verlässlich und unkompliziert.
Seitdem finden regelmäßig an mehreren Tagen in der Woche Touren statt. Für uns als Fahrer:innen, vor allem aber für unsere Gäste, sind diese Ausfahrten stets ein besonderes Erlebnis. Das zeigt sich auch an den glücklichen Gesichtern, wie man auf dem Bild von einer Fahrt über den Panoramaradweg sehen kann.
Vielleicht regt dieser Bericht noch weitere Menschen dazu an, sich an diesem besonderen Projekt zu beteiligen – oder inspiriert andere Ortsgruppen, etwas Vergleichbares ins Leben zu rufen.