Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Velbert

Kommunalwahl 2025 - Unsere Fragen an die Parteien

Wir wollten genauer wissen, wie die Parteien das Thema Radverkehr in Velbert in der nächsten Legislaturperiode angehen wollen und haben ihnen 10 Fragen gestellt. Die meisten haben auch geantwortet. Vielen Dank!

(Verkehrs-)politik gestaltet entscheidend den Radverkehr in einer Kommune mit. Am 14. September sind Kommunalwahlen in NRW und damit auch in Velbert. Dann werden u. a. Stadtrat und Bürgermeister gewählt, die in den kommenden fünf Jahren unsere Situation und insbesondere auch die Radverkehrssituation in Velbert und den Stadtteilen vorgeben werden. Hier werden also Weichen gestellt, die am 14. September jeder von uns beeinflussen kann.

Als ADFC Ortsgruppe Velbert haben wir den demokratischen Parteien, die zur Wahl stehen, 10 Fragen zum Thema Radverkehr in Velbert gestellt. Die Fragen und die Antworten findet ihr nun nachfolgende.

Für die Parteien haben geantwortet (in alphabetischer Reihenfolge):

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:  Hans-Wilhelm Dorgarten
CDU: Nico Schmidt
PIRATENPARTEI: Thomas Küppers
SPD: Kevin Rahn
UVB: Frank Höschler
Velbert anders: Martina Wolfsbach
 

Von hier nicht genannten Parteien haben wir keine Rückmeldung erhalten. Alle Antworten wurden unverändert übernommen und lediglich kleinere Formatierungen angepasst.

Wir bedanken uns ausdrücklich für die offenen und ehrlichen Antworten auf unsere Fragen.
 

Frage 1: Mobilitätswende

Wird sich Ihre Partei konsequent für die dringend benötigte Mobilitätswende einsetzen und wenn ja, wie will Ihre Partei die Planungen für eine fahrradgerechte Stadt Velbert vorantreiben, beispielsweise duch die ganzheitliche Planung und zügige Umsetzung eines alltagstauglichen Radverkehrsnetzes?


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Eine klima- und menschengerechte Mobilitätswende ist für uns Grüne ein zentraler Aspekt nachhaltigen politischen Handelns. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Verkehr, sondern die gleichberechtigte Mobilität der Menschen entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse. Um die hierfür notwendigen verkehrspolitischen Rahmenbedingungen zu schaffen, haben wir im vorigen Jahr eine umfassende Überarbeitung des geltenden Verkehrsentwicklungsplan hin zu einer integrierten Verkehrsentwicklungsplanung auf den Weg gebracht. Die Verbesserung des Radverkehrs nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

CDU: Die CDU Velbert hat eine umfassende Überarbeitung des Verkehrskonzeptes angestoßen, um alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen zu berücksichtigen. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurden auf unsere Initiative wichtige Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs eingeleitet, darunter die Anbindung der Velberter Innenstadt an den Panoramaradweg mit einer neuen Radbrücke oberhalb der Grünstraße. Auch die Verbindung der Stadtteile Langenberg und Neviges mit der Innenstadt befindet sich in konkreter Planung, einschließlich des Erwerbs von Grundstücken, beispielsweise für einen Radweg durchs Birkental.
 

PIRATENPARTEI: Ja, wir PIRATEN setzen uns konsequent für die Mobilitätswende ein. Unsere Vision für Velbert ist ein lückenloses, sicheres und alltagstaugliches Radwegenetz – vergleichbar mit dem PanoramaRadweg-Standard. Die Planung muss ganzheitlich erfolgen: stadtteilübergreifend, sicher getrennt vom Kfz-Verkehr, mit Vorrang an wichtigen Kreuzungen und mit Beleuchtung für mehr Sicherheit. Wir fordern zusätzlich eine koordinierende Radverkehrsstelle in der Stadtverwaltung.

SPD: Ja, die Erreichung des Modal-Split ist von großer Bedeutung für eine Lebenswerte Stadt und unsere Ziele zur Treibhausgasreduzierung im Bereich der Mobilität. Wichtig ist die Definition von Meilensteinen, anhand derer ein sinnvoller Zeitplan für den Umbau der Infrastruktur erfolgen kann. Dazu muss zwingend die TBV eng eingebunden werden. Mit einem Umbaukonzept müssen unter anderem ohnehin anfallende Erneuerungsintervalle von Straßen beachtet werden und Priorisierungen erfolgen. Priorität haben für uns der Umbau der Hauptverkehrsstraßen, der Schulwege und die Bereiche um öffentliche Einrichtungen um schnell die wichtigsten Wege anzupacken. Perspektivisch sollte die Politik sich darauf verständigen, Mittel aus der Städtebauförderung gezielt für die schnelleren Umbau zu nutzen. Für uns gehört zur Mobilitätswende auch die Steigerung des Fußgängerverkehrs und des ÖPNV.

UVB: Die UVB setzt sich konsequent für eine echte Mobilitätswende ein, ökologisch, sozial und zukunftsfähig. Wir in der UVB sind überzeugt davon, dass eine nachhaltige Verkehrspolitik den Umweltverbund stärken sollte und insbesondere auch den Rad- und Fußverkehr, sowie den öffendlichen Nahverkehr. Für eine fahrradgerechte Stadt Velbert wollen wir in der UVB, die Planungen nicht nur fortsetzen, sondern deutlich ambitionierter angehen. Dazu gehört vor allem, Die ganzheitliche Entwicklung eines durchgänigen, sicheren und alltagstauglichen Radverkehrsnetzes, das alle Stadtteile verbindet und auch im Alltag, für den Weg zur Arbeit und zur Schule, oder zum Einkauf eine echte und gute Alternative zum Auto darstellt. Radwege die Strassen keuzen müssen sicher sein und es sollte mehr durchdachte Abstellmöglichkeiten für Räder geben. Die Bürger sollten, müssen zwingend in die Planungen einbezogen werden. Es sollte kürzere Planungszeiten geben, damit die guten Konzeote nicht nur auf dem Papier bestehen. Unser Ziel in der UVb und auch mein Ziel als Bürgermeisterkandidat ist es, unserer Stadt Velbert so zu gestalten, dass die Menschensich sich sicher fühlen, ob sie mit dem Rad, dem ÖPNV , zu Fuß , oder mit dem Auto unterwechs sind.

Velbert anders: Bereits seit 2019 besteht das Klimateilkonzept Fuß- und Radverkehr, an dem auch der ADFC beteiligt war und die Erarbeitung vom Land gefördert wurde. Die ganzheitliche Planung wurde bis heute immer wieder überarbeitet und von Velbert anders unterstützt, dies wird auch weiter von uns mit getragen, insofern die finanziellen Mittel dies ermöglichen. Inwieweit die derzeitige Haushaltssperre uns noch begleiten wird, kann an dieser Stelle nicht konkretisiert werden. Hier gilt es ehrlich zu bleiben und nicht Versprechen abzugeben, die wirtschaftlich nicht machbar sind. In diesem Zusammenhang möchte wir Sie darauf aufmerksam machen, dass derzeit die Anbindung des Panoramaradwegs an das Industriegebiet erfolgt. Die Fuß- und Fahrradbrücke in das Wohngebiet „In den Bieerhöfen“ im Verwaltungsrat beschlossen wurde. Umsetzungen sind nicht von heute auf morgen möglich, da viele rechtliche und verwaltungstechnische Voraussetzungen geschaffen werden müssen, die Weichen sind aber gestellt.
 

Frage 2: Maßnahmen für den Radverkehr

Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie in der nächsten Legislaturperiode den Radverkehr fördern?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Grundsätzlich streben wir eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer:innen im Straßenraum an, was vielerorts bauliche Änderungen von Verkehrsführungen zugunsten des Fußgänger- und Fahrradverkehrs erfordert, insb. an Kreuzungspunkten. Kernpunkte sind dabei Durchgängigkeit, Nutzungsqualität und Sicherheit. Als konkrete Maßnahmen für den Radverkehr fordern wir z.B. ein durchgängiges Radwegenetz aus Fahrradstraßen, Radfahrstreifen und verkehrsberuhigten Zonen insb. in den Innenstadtbereichen, die weitere Öffnung von Einbahnstraßen für den Fahrrad-Gegenverkehr, die Verbesserung von Ampelschaltungen zur Verringerung von Wartezeiten, die Einrichtung zusätzlicher Fahrradboxen und überdachter Fahrradständer an Bahnhöfen, ZOB, Sport- und Kulturstätten sowie die gezielte Verbesserung des Fahrradverkehrs zu den Velberter Schulen.

CDU: Wir setzen uns konkret für folgende Maßnahmen ein:

  • Fertigstellung des Radweges „Die letzte Meile“ bis zur Werdener Straße.
  • Einrichtung eines Kreisverkehrs an der Bahnhofstraße mit sicherer Radweganbindung zur ""letzten Meile"", Siemensstraße, Grünstraße und dem Panoramaradweg.
  • Fertigstellung der Radfahrbrücke oberhalb der Grünstraße zur besseren Innenstadtanbindung und zum Panoramaradweg am Brauhaus.
  • Verbesserung der Markierung bestehender Radwege für mehr Sicherheit.
  • Umbau des innerstädtischen Rings inklusive Radwegen.
  • Komplette Beleuchtung des Panoramaradwegs

PIRATENPARTEI: Wir setzen auf den Ausbau baulich getrennter, beleuchteter Radwege – insbesondere zwischen den Ortsteilen. Außerdem: mehr Abstellanlagen, sichere Fahrradgaragen an ÖPNV-Knoten, Förderung von E-Bike-Nutzung durch Ladepunkte und Zuschüsse. Auch ein Leihsystem für Lastenräder in Wohnquartieren ist denkbar. Ergänzend planen wir eine Aufklärungskampagne zum Miteinander im Verkehr.
 

SPD: Mit einem Umsetzungsplan bis 2045 für den Radfahrer- und Fußgängerfreundlichen sowie inklusiven (wichtig!) Straßenverkehr samt strategischer Fördermittelakquise. Damit die Bevölkerung darüber informiert wird, sollte es nach dem Umsetzungsplan eine breite Öffentlichkeitsarbeit geben und der Sachstand jährlich öffentlich vorgestellt werden. Außerdem unterstützen wir die konsequente Umsetzung und Fortschreibung des Design Radverkehr Konzeptes des Kreis Mettmann.
 

UVB: Der Ausbau des Radverkehrs ist ein zentraler Bestandteil unserer Verkehrspolitik – wir in der UVB  möchte in der kommenden Legislaturperiode einiges bewegen. Wir setzen uns dafür ein, dass Radverkehr nicht nur mitgedacht, sondern aktiv und priorisiert umgesetzt wird. Konkret wollen wir in der UVB folgende Maßnahmen vorantreiben: Einrichtung eines durchgängigen und sicheren Hauptradroutennetzes, dass auf den Alltagsverkehr zugeschnitten ist und mit dem besonderem Fokus auf Schulwege, Pendelstrecken und zentrale Knotenpunkte. Schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren für Radinfrastruktur durch gezielte personelle und strukturelle Stärkung der Behörden, damit Projekte nicht jahrelang auf Umsetzung warten müssen. Mehr geschützte Radwege und sichere Kreuzungsführungen, insbesondere an Unfallschwerpunkten – nach dem Prinzip „Sicherheit zuerst“. Engere Zusammenarbeit mit anderen Kommunen und  Parteien, um kommunale Radverkehrskonzepte zügig umzusetzen und zu koordinieren. Regelmäßige Fortschrittsberichte und Monitoring. Was geplant ist, soll auch sichtbar vorankommen – mit nachvollziehbarer Transparenz für die Öffentlichkeit. Kurzum: Wir wollen, dass der Stadtrad nicht länger Bremser, sondern Motor einer echten Radverkehrsförderung wird. Dafür braucht es den politischen Willen – und den bringen wir mit.


Velbert anders: Es muss immer ein sowohl als auch geben, nicht ein entweder oder! Mit den vorhandenen Konzepten und Beschlüssen (wie bereits erwähnt) ist die Politik bereits seit Jahren eingebunden und in engem Austausch mit der Verwaltung
 (Dezernat IV) und den TBV AöR. Die entsprechenden Konzepte werden stets überarbeitet und den neuen Gegebenheiten angepasst, die auch Velbert anders mitträgt und erarbeitet.
 

Frage 3: Finanzielle Ausstattung für den Radverkehr

Sind sie aufgeschlossen dafür, für die Unterhaltung der Radwege ähnliche Vorgaben und finanzielle Zusagen zu machen wie für die allg. Straßenreinigung und den Winterdienst?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das ist für uns selbstverständlich! Wie bereits unter Nr. 2 genannt, sind Nutzungsqualität und Sicherheit zentrale Aspekte einer funktionierenden und attraktiven Fahrradinfrastruktur - und damit Voraussetzung, um den gemäß Klimastrategie angestrebte Modal Split (18 % im Jahr 2045) zu erreichen. In diesem Sinne fordern wir die Verbesserung von Unterhalt, Reinigung, Beleuchtung (intelligente LED) und Winterdienst an Geh- und Radwegen.
 

CDU: Die CDU Velbert unterstützt die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel für die Instandhaltung und den Ausbau des Radwegenetzes. Bereits in der vergangenen Legislaturperiode wurden im Wirtschaftsplan der Technischen Betriebe Velbert (TBV) entsprechende Mittel eingeplant. Wir werden uns auch weiterhin für die Finanzierung und zügige Umsetzung notwendiger Maßnahmen starkmachen.

PIRATENPARTEI: Ja, wir fordern eine Gleichstellung des Radverkehrs mit der Straße in Unterhalt, Reinigung und Winterdienst. Radwege müssen regelmäßig gereinigt, im Winter geräumt und bei Bedarf saniert werden – mit eigener Budgetierung im Haushalt. Der Radverkehr darf kein „Sonderfall“ mehr sein, sondern Teil der regulären Verkehrsplanung.
 

SPD: Besser ausgebaute Radwege benötigen vermutlich einen höheren Pflegeaufwand. Das ist im Wirtschaftsplan der TBV einzuplanen. Wie genau die TBV dann die Gebühren berechnet werden wir kritisch begleiten. 
 

UVB: Ja, wir in der UVB sind offen dafür. Radwege verdienen die gleiche Verlässlichkeit wie Straßen, auch bei Reinigung, Winterdienst und Instandhaltung. Nur so bleibt der Radverkehr ganzjährig sicher und attraktiv. Dafür wollen wir klare Zuständigkeiten, regelmäßige Pflege und entsprechende Mittel verbindlich einplanen.


Velbert anders: Straßenreinigung und Winterdienst gehören zur Ordnung und insbesondere zur Sicherheit einer Stadt. Die Reinigung der Radwege gehört zur Aufgabe der TBV AöR und wird bisher schon hervorragend ausgeführt, von daher erübrigt sich diese Frage.
 

Frage 4: Vorteile für den Radverkehr

Sind Sie bereit dem Radverkehr Vorteile gegenüber dem motorisierten Individualverkehr einzuräumen, um die Nutzung des Fahrrades attraktiver zu machen? Falls ja, geben Sie bitte Ideen/Beispiele an.
 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wir wollen den Fahrradverkehr stärken und attraktiver machen. Dazu gehören beispielsweise Anpassungen der Straßenraumgestaltung, von Kreuzungsbereichen und Ampelschaltungen. Gerade im Innenstadtbereich wird dies stellenweise eine Reduzierung des ruhenden Verkehrs und v.a. des Parksuchverkehrs erfordern. Auch die bereits erwähnte Öffnung von Einbahnstraßen für den Fahrradverkehr in Gegenrichtung kann hier genannt werden. 

CDU: Wir unterstützen die Förderung des Radverkehrs durch gezielte Maßnahmen:

  • Aktuelle Versuche zur Nutzung der Fußgängerzone durch den Radverkehr werden ausgewertet, um dauerhaft eine bevorzugte Nutzung für Radfahrer und Anlieger zu ermöglichen.
  • Einführung von Fahrradstraßen, verbunden mit verstärkten Kontrollen, um die Akzeptanz und Einhaltung der Verkehrsregeln zu sichern. Weitere Straßen könnten zu Fahrradstraßen werden, um attraktive Routen zu schaffen und den motorisierten Verkehr zu beruhigen.

PIRATENPARTEI: Ja. Fahrräder benötigen keine große Stellfläche, verursachen keinen Lärm, keinen Feinstaub – und verdienen daher Vorteile. Wir setzen uns ein für: Fahrradstraßen, Vorrang an Ampeln und Kreuzungen, kostenfreie Fahrradmitnahme im ÖPNV sowie separate Wegeführungen mit Vorrangschaltungen. Zudem soll Parkraum konsequent für sichere Abstellmöglichkeiten umgewandelt werden.
 

SPD: Fahrradstraßen in Wohngebieten (30er-Zonen) wären vorstellbar. Ebenso die Öffnung von Einbahnstraßen für den Fahrrad-Gegenverkehr. Im Innenstadtbereich können zweispurige (Neben-)Straßen verschmälert werden, um Fahrradfahrern mehr Raum zu geben (bspw. Sternberg/Offers/Grünstraße). Außerdem wäre denkbar, bei Bebauungsplänen gezielt Auto-Stellplätze zu Gunsten von Fahrradabstellmöglichkeiten zu reduzieren. Das muss allerdings je nach Einzelfall erfolgen. Bei abgeschlossenen neuen Wohngebieten können wir uns auch Vorstellen gar keinen motorisierten Verkehr zuzulassen. Grundsätzlich sind wir offen für kreative und fortschrittliche Projekte der Verwaltung, wir unterstützen hierbei ganz offen den Mut zu neuen Ideen. 
 

UVB:  Ja, wir sind bereit, dem Radverkehr dort Vorrang einzuräumen, wo es der Sicherheit, dem Klima und der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden dient. Dazu gehören z. B. Vorrangrouten für den Radverkehr, sichere Kreuzungen, mehr Platz durch Umwidmung von Fahrspuren ,sowie fahrradfreundliche Ampelschaltungen. Es sollten sich aber auch alle Radfarhrer darüber im Klaren sein, dsas die Einhaltung der Verhrsregeln auch für sie gilt und damit die Akzeptanz bei den Autofahren sich verbessern würde. Ziel ist kein Gegeneinander, sondern ein faires Miteinander – mit dem Rad als gleichwertige Alternative zum Auto.


Velbert anders: Dem einen Vorteile zu verschaffen, bedeutet immer, dass eine andere Gruppe Nachteile hat. Dies ist im Einzelnen abzuwägen und zu diskutierten. Velbert anders befürwortet ausdrücklich ein Miteinander nicht ein Gegeneinander.
 

Frage 5: Tempo 30

Wird sich Ihre Partei für eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h innerhalb Velbert (außer auf Haupt- und Durchgangsstraßen) einsetzen? Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen werden Sie ergreifen? Haben Sie konkrete Straßenzüge/Stadtviertel im Fokus?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Unser Ziel ist klar: wir streben (max.) Tempo 30 in allen Wohngebieten an sowie auf anderen innerörtlichen Straßen mit Ausnahme wichtiger Haupt- und Durchgangsstraßen. Dabei sollte die Verkehrsberuhigung grundsätzlich im Einklang mit der baulichen Gestaltung des Straßenraums erfolgen und nicht durch bloße Geschwindigkeitsbegrenzung.

CDU: Wir befürworten Tempo-30-Zonen, insbesondere in Wohngebieten, und setzen dies konsequent dort um, wo es sinnvoll ist.

Zahlreiche Zonen wurden bereits eingerichtet; weitere folgen im Dialog mit den Anwohnern.

PIRATENPARTEI: Wir unterstützen flächendeckendes Tempo 30 innerhalb geschlossener Ortschaften mit Ausnahmen für Hauptverkehrsstraßen. Dort, wo Radwege fehlen oder Schulwege verlaufen, soll Tempo 30 Regelfall sein – insbesondere in Wohnquartieren und an Gefahrenstellen wie der Heiligenhauser Straße oder der Friedrichstraße in Mitte. Wir unterstützen eine Modellkommune Velbert zur Erprobung.
 

SPD: Haupt- und Durchgangsstraßen sollen nicht in der Geschwindigkeit reduziert werden, dort hat für uns die Verflüssigung des Verkehrsflusses Priorität. Abseits sind mehr 30er-Zonen denkbar und dort dann ebenso die Einrichtung von Fahrradstraßen-Vierteln. Dafür muss die Stadt ein Format zur Beteiligung/Anhörung der Einwohner im jeweiligen Quartier entwickeln und eine Akzeptanz schaffen. Nicht gegen die Bürger, sondern mit den Anwohnern. 
 

UVB:  Das sollte mit guter und gründlicher Überlegung erfolgen. DasTempo 30 ist in manchen Strassen sicherlich WICHTIG.


Velbert anders: Einer Regelgeschwindigkeit kann Velbert anders so nicht zustimmen. Hier sollten immer die Straßenzüge betrachtet werden, um dann in einem für alle praktikablen Konzept umgesetzt zu werden. Hierzu möchten wir darauf hinweisen, dass mit Vorlage Nr. 2/2021 das Tempo-30-Zonen-Konzept beschlossen wurde.  In diesem Zuge dessen, wurden bereits viele Straßen in Wohngebieten mit der Tempo 30 Regelung versehen. Das Einführen einer Tempo-30-Zone ist nicht immer ganz einfach, da sich hierbei die Vorfahrtsregelung ändern, wie es derzeit im Langenhorst vorgesehen ist. Zur Zeit stehen wir in regem Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern im Langenhorst.
 

Frage 6: Erreichbarkeit der Velberter Innenstadt

Wie werden Sie die Erreichbarkeit der Velberter Innenstadt für den Radvekehr hinsichtlich Sicherheit und Leichtigkeit verbessern? Wie stehen Sie zum Innenstadtkonzept des ADFC? Siehe velbert.adfc.de/innenstadtkonzept 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:  vgl. Antworten zu Nrn. 2 und 4. In dem Innenstadtkonzept des ADFC sehen wir viele gute Aspekte, die wir gerne unterstützen. Wichtig ist uns hierbei, dass nicht Fahrrad- und MIV-Verkehr isoliert betrachtet und dadurch gegeneinander gestellt werden. Vielmehr bedarf es einer integrierten Planung unter Einbeziehung auch des ÖPNV und des Fußgängerverkehrs, um ein gleichberechtigtes und konfliktfreies Miteinander aller Verkehrsteilnehmer:innen zu erreichen.

CDU: Die CDU Velbert wird die Erreichbarkeit der Innenstadt für Radfahrer verbessern, insbesondere durch:

  • Fertigstellung der „letzten Meile“ und der Radbrücke oberhalb der Grünstraße.
  • Einrichtung von Radwegen auf dem innerstädtischen Ring.
  • Schaffung einer neuen Verbindung vom Panoramaradweg durch das Quartier „U“.
  • lanung eines Radwegs auf der Werdener Straße bis Essen-Werden zur Schaffung einer zweiten direkten Verbindung zum Baldeneysee.

Diese Maßnahmen stellen eine umsetzbare und finanziell realistische Alternative zum City-Radweg-Konzept des ADFC dar, wobei die Planungen bereits mit Bürgerbeteiligungen begonnen haben.

PIRATENPARTEI: Wir unterstützen das Konzept des ADFC ausdrücklich. Sicherheit und Leichtigkeit des Radverkehrs in die Innenstadt müssen Priorität haben. Dazu gehören: geschützte Einfahrten, Einbahnstraßenöffnung für Fahrräder, klar sichtbare Markierungen, Vorrangschaltungen und Fahrradabstellanlagen direkt in der Fußgängerzone. Eine autofreie Kernzone mit Lieferzeiten ist denkbar.

SPD: Wir finden den City-Radweg gut und haben die Unterstützung als SPD auch bereits beschlossen. Die Vernetzung des Radverkehrs anhand unserer Prioritäten und mit einem Umsetzungsplan ist für uns wichtig. 
 

UVB: Wir unterstützen das Innenstadtkonzept des ADFC, insbesondere dessen Fokus auf Sicherheit, Übersichtlichkeit und klare Verkehrsführung für den Radverkehr. Die vorgeschlagenen Maßnahmen – wie breite, vom Fuß- und Kfz-Verkehr getrennte Radwege, gute Beleuchtung, sichere Kreuzungen und klare Wegweisung – sind aus Sicht der UVB ein zentrale Baustein für eine fahrradfreundliche Innenstadt. Zur Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadtfelder per Rad wollen wir konkret:

  • Direkte, sichere Hauptradrouten in alle Teile der Innenstadt schaffen – ohne gefährliche Engstellen oder Umwege, soweit diese integrierbar sind.
  • Konfliktarme Querungen und Abbiegeführungen, besonders an stark befahrenen Straßen.
  • Fahrradstraße-Abschnitte oder geschützte Radfahrstreifen, wo der Platz begrenzt ist – mit Vorrang für den Radverkehr in einem gesunden Maß für alle Verkehrsteilnehmer.
  • Attraktive und sichere Abstellmöglichkeiten in Nähe aller zentralen Ziele – auch für Lastenräder und E-Bikes.
  • Das Aufstellen von Fahrradreparatursäulen wäre  auch eine gute Idee am Panoramaweg, falls es mal einen Defekt geben sollte.

Unser Ziel ist eine Innenstadt, in der sich Menschen jeden Alters sicher, bequem und selbstbewusst mit dem Rad bewegen können – ganz im Sinne des ADFC-Konzepts."

Velbert anders: Siehe Radwegekonzept, wie bereits erwähnt. Eine Bewertung ihres Innenstadtkonzeptes werden wir an dieser Stelle nicht vornehmen.
 

Frage 7: Relevanz des Panoramaradweges

Werden Sie sich dafür einsetzen, dass der Panoramaradweg als Fahrradhauptachse betrachtet wird und somit auch bei Kreuzungen die Relevanz des Radverkehrs berücksichtig wird?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Der Panoramaradweg ist ein zentrales Element des Velberter Fahrradnetzes, der von Fahrradpendlern und Freizeitradlern gleichermaßen gewertschätzt und genutzt wird. Deshalb unterstützen wir selbstverständlich eine gute Anbindung des PRN sowohl ans örtliche als auch ans regionale Radwegenetz.

CDU: Wir haben bereits beantragt, den Panoramaradweg als Fahrradhauptachse zu stärken. Laut Aussagen der zuständigen Verkehrsbehörden ist eine bevorzugte Verkehrsregelung an den relevanten Kreuzungen im Stadtgebiet jedoch straßenverkehrstechnisch nicht realisierbar.

PIRATENPARTEI: Ja, absolut. Der PanoramaRadweg ist die Rückgratachse des Radverkehrs – er muss an jeder Kreuzung Vorrang erhalten. Wir wollen ihn dauerhaft als Hauptachse ausbauen, durch Beleuchtung, bessere Ausschilderung und Anbindung an alle Stadtteile. Er soll Standard für alle zukünftigen Radwege sein.
 

SPD: Die Betrachtung des Panoramaradweges als Fahrradhauptachse muss in den Folgen genau betrachtet werden. Insbesondere in Tönisheide muss die sichere Kreuzung des Radverkehrs deutlich erhöht werden. Bisherige Versuche scheiterten häufig am Straßenbaulastträger (Straßen NRW). Wir wollen vor allem die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer als oberste Priorität im Kreuzungsbereich sicherstellen. Allerdings beobachten wir auf dem Panoramaradweg eine Konfliktsituation zwischen den verschiedenen Nutzergruppen und wollen bei aller Euphorie fürs Fahrradfahren die Fußgänger:innen nicht außer Acht lassen.
 

UVB:  An allen Kreuzungen sollte die Begegnung der Verkehrsteilnehmer so gestalltet sein, dass ALLE sicher sind, egal ob Panoramaweg , oder Strasse.


Velbert anders:  Durch das Radwegekonzept wurde und wird erarbeitet, wie der Panoramaradweg so angebunden werden kann, dass die Innenstadt gut zu erreichen ist (siehe auch Frage 1.) Im Gegensatz zu Heiligenhaus wird Velbert nur vom Panoramarad tangiert, so dass hier unterschiedliche Gewichtungen der Auf- und Abfahrten zu betrachten sind, um eine gute Anbindung zu ermöglichen. Dies liegt bereits in unserem Focus.
 

Frage 8: Verbindung der Stadtteile

Wie werden Sie die Radverkehrsverbindungen zwischen den Velberter Stadtteilen (Mitte, Langenberg, Neviges) herstellen, damit ein sicherer Verkehr möglich ist? Namentlich: Nierenhofer Straße, Bökenbuschstraße, Bleibergstraße, Kuhlendahler Straße, Bernsaustraße, Schmalenhofer Straße.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wir fordern seit Jahren eine Verbesserung des Radwegenetzes zwischen den Velberter Stadtteilen und ebenso bessere Verbindungen zu den Nachbarstädten. Allerdings liegen die Entscheidung und Realisierung nicht in Velberter Hand, sondern bei den jeweiligen Straßenbaulastträgern, hier v.a. dem Land. Vor diesem Hintergrund nutzen wir das Netzwerk der Grünen Vertreter in Kreis, Bezirksvertretung und Landtag, um diese Maßnahmen voranzubringen. So haben wir gerade im vorigen Jahr erreicht, dass die Radwegeverbindung zwischen Langenberg und Neviges (durchs Kuhlendahler Tal) als Radvorrangroute NRW eingestuft wird und werden dies auf allen Ebenen intensiv weiter verfolgen. Was die Verbindung von Langenberg und Neviges nach Velbert-Mitte angeht, möchten wir uns nicht auf eine einzige Lösung fokussieren, sondern legen Wert auf eine gemeinsame Lösungsfindung mit Kreis und Land. 
 

CDU: Wir wollen die Radverbindungen zwischen den Velberter Stadtteilen durch sichere, gut ausgebaute Wege deutlich verbessern. Konkret planen wir die Realisierung des Radwegs durchs Birkental zur Verbindung zwischen Velbert-Mitte und Langenberg. Auch die Verbindungen entlang der Bleibergstraße, der Bökenbuschstraße, der Nierenhofer Straße, der Kuhlendahler Straße, Bernsaustraße und Schmalenhofer Straße sollen hinsichtlich Sicherheit und Alltagstauglichkeit optimiert werden.

PIRATENPARTEI: Wir setzen auf sichere, breite und getrennte Radwege auf den folgenden Achsen:

  • Nierenhofer Straße: baulich getrennte Führung
  • Bökenbuschstraße: sichere Querung an der Friedrichstraße
  • Bleibergstraße: Ampelanlage mit Rad-Vorrang
  • Kuhlendahler Straße: Radstreifen mit Trennung
  • Bernsaustraße & Schmalenhofer Straße: Verbreiterung & Beleuchtung

Diese Achsen sind Kern unserer Netzplanung.
 

SPD: Insbesondere die Verbindung zwischen (Essen-), Langenberg und Neviges entlang des Tals muss als separater Radweg ausgebaut werden. Wir haben die Anbindung an den Panoramaradweg über das Birkental angeschoben und begleiten die Entwicklung.  Außerdem muss Velbert besser an seine Nachbarstädte angebunden werden, dafür sind Arbeitsgruppen, insbesondere mit der Stadt Essen erforderlich. 
 

UVB:  Unser Ziel ist es, sichere und durchgängige Radverbindungen zwischen Mitte, Langenberg, Tönisheide und Nierenhof zu schaffen – denn nur wenn Radwege verlässlich, komfortabel und sicher sind, werden sie im Alltag wirklich genutzt. Konkret wollen wir in der UVB, möchte Ich:

  • Entlang der Nierenhofer Straße und der Böckenbusch Straße sichere Radstreifen, oder baulich getrennte Radwege schaffen, da diese Strecken stark befahren und für Radfahrende aktuell oft unsicher sind.
  • Die Bleiberg Straße und Kuhlendahler Straße sollen durch verkehrsberuhigte Abschnitte, Fahrradschutzstreifen, oder gegebenenfalls Umleitungen über parallele, sichere Routen fahrradfreundlich umgestaltet werden.
  • Die Bernsau Straße und Schmalenhofer Straße bieten Potenzial für durchgängige Radverbindungen, müssen aber sicherer gestaltet werden – etwa durch Tempobegrenzungen, Markierungen und bessere Sichtachsen an Einmündungen.

Dabei setzen wir in der UVB auf das Prinzip: Radverkehr gehört nicht auf den Rand, sondern ins Zentrum der Verkehrsplanung. Alle Stadtteile sollen sicher und komfortabel miteinander verbunden werden – für Schülerinnen, Pendlerinnen und Freizeitradler gleichermaßen. Wir streben dafür eine enge Zusammenarbeit mit Bürger*innen, Verwaltung und Verbänden wie dem ADFC an.

Velbert anders: Kuhlendahler Str. /Schmahlenhofer Str.: Hier sind die Fußwege für den Radverkehr freigegeben, so dass eine sichere Fahrt möglich ist. Die Anbindungen stellen sich hin und wieder schwierig dar, sind aber im Focus.

Bernsaustr.:  Wird im Rahmen der Instandsetzung des Schloss Hardenbergs überprüft.

Nierenhoferstr.: Da hier Straßen NRW zuständig ist, gestaltet sich eine Erarbeitung schwierig, die Verwaltung wurde beauftragt Kontakt aufzunehmen.

Bökenbusch und Bleibergstr.: Schwierig und derzeit kein Lösungsansatz.
 

 

Frage 9: Die Rolle der Straßenverkehrsbehörde

Sind Sie grundsätzlich gewillt Entscheidungen der Straßenverkehrsbehörde kritisch zu hinterfragen und im Zweifel auch formal anzufechten, z. B. bei Nutzung des neuen Antragsrecht gemäßg der VwV-StVO?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mal ganz davon abgesehen, dass kritisches Hinterfragen zur "Grünen DNA" gehört: es ist eine unserer Aufgaben als Ratsmitglieder, Entscheidungen und Handlungen der Verwaltung stets kritisch zu hinterfragen; dafür werden wir von den Bürger:innen gewählt. 
 

CDU: Die Straßenverkehrsbehörde gehört zur Stadtverwaltung, der Rat ebenso. Wir sehen es nicht als Aufgabe, die Entscheidungen der eigenen Verwaltung formal anzufechten sondern sehen hier, wie auch in der Vergangenheit, den konstruktiven Dialog als zielführender an. Bisher haben wir dahingehend positive Erfahrungen sammeln können.

PIRATENPARTEI: Ja. Wir fordern eine Überprüfung sämtlicher Anordnungen auf Fahrradfreundlichkeit. Wir unterstützen das kommunale Antragsrecht nach VwV-StVO, um Blockaden der Straßenverkehrsbehörde aufzulösen. Wo notwendig, werden wir auch formal Widerspruch einlegen, wenn Sicherheit und Radförderung durch Behördenentscheidungen ausgebremst werden.
 

SPD:  Wir sehen einige Entscheidungen der Straßenverkehrsbehörde sehr kritisch. Die Änderungen der Straßenverkehrsordnung (z.B. zu 30er Zonen) heißen wir willkommen. In das neue Antragsrecht müssen wir uns noch einlesen.
 

UVB: Ja, wir in der UVB und auch Ich, sind grundsätzlich bereit, Entscheidungen der Straßenverkehrsbehörde kritisch zu hinterfragen – insbesondere dann, wenn sie dem Ziel einer sicheren, nachhaltigen und gleichberechtigten Mobilität entgegenstehen. Das neue Antragsrecht gemäß der Verwaltungsvorschrift zur StVO (VwV-StVO) eröffnet Kommunalpolitiker*innen die Möglichkeit, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs formal zu beantragen. Wir sehen darin ein wichtiges Instrument, um auf fachlich fundierte, aber bisher blockierte oder verzögerte Verbesserungen aktiv Einfluss zu nehmen. Wo Maßnahmen zur Verkehrssicherheit, insbesondere für den Fuß- und Radverkehr, rechtlich zulässig und sachlich geboten sind, werden wir diese auch notfalls mit rechtlichen Mitteln – einschließlich formaler Anträge oder Widersprüche – durchsetzen. Denn politischer Gestaltungswille darf nicht an behördlicher Praxis scheitern, wenn sie sich nicht mit den heutigen Anforderungen an eine klimafreundliche und sichere Mobilität vereinbaren lässt. Ich finde, dass hier und da, einfach etwas mehr mit Logig und Menschenverstand agiert werden sollte. Dann würden wir gemeinsam viele Probleme schneller in den Griff bekommen."


Velbert anders: Velbert anders ist und war immer gewillt schwierige Entscheidungen kritisch zu hinterfragen, rechtlich zu überprüfen und anzufechten. Von Antragsrechten wurde bereits in der Vergangenheit Gebrauch gemacht, daher werden wir es auch in Zukunft nutzen.
 

Frage 10: Brötchentaste

Wären Sie bereit die "Brötchentaste" an Parkautomaten in der Velberter Innenstadt abzuschaffen, um den hochfrequenten und schädlichen KFZ-Verkehr zu reduzieren und die Nutzung des umweltfreundlichen Fahrrads attraktiver zu gestalten?

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:  Wie bereits unter Nr. 4 und 6 ausgeführt, wollen wir den Fahrradverkehr attraktiver machen, gerade zur Innenstadt; ebenso ÖPNV und Fußgängerverkehr. Das wird im Innenstadtbereich stellenweise eine Reduzierung des ruhenden Verkehrs und v.a. des Parksuchverkehrs erfordern. Dies sollte allerdings nicht durch ein "Gegeneinander" von Fahrrad- und MIV-Verkehr erfolgen, was erfahrungsgemäß Konflikte schürt und nachher keinem etwas bringt. Vielmehr bedarf es eines professionell moderierten Prozesses, der die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt und untereinander abwägt. 

CDU: Nein, diese Option ist für viele Einzelhändler aktuell essentiell um Umsätze zu generieren und damit den Bestand der Geschäfte in unseren Innenstädten zu sichern.

PIRATENPARTEI: Die Brötchentaste ist eine Einladung zum motorisierten Kurzzeitverkehr – wir lehnen sie ab. Stattdessen setzen wir auf mehr Fahrradständer in Sichtweite von Geschäften und die Umnutzung von Pkw-Stellflächen für Fahrradlogistik, z. B. durch Mikrodepots für Lieferdienste.
 

SPD: Nein, wir sind gegen eine Abschaffung der "Brötchentaste", aber offen für eine weitere zeitliche Limitierung der Brötchentaste oder auf örtliche engere Begrenzung der Brötchentaste. Da die meisten Fahrradfahrer:innen auch Auto fahren, wollen wir nicht Autonutzer bestrafen, sondern mit Anreizen und besseren Angeboten für Fahrradfahrer das Fahrrad als Verkehrsmittel attraktiver gestalten.
 

UVB:  Grundsätzlich sage ich dazu ""nein"" – wir die UVB und auch Ich, sehen aktuell keinen Anlass, die sogenannte Brötchentaste in der Velberter-Inselstadt vollständig abzuschaffen. Sie ermöglicht kurze Erledigungen im lokalen Einzelhandel und trägt zur Erreichbarkeit der Geschäfte bei, insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, oder aus den umliegenden Ortsteilen.
Gleichzeitig erkennen wir an, dass der Kfz-Verkehr in der Innenstadt reduziert werden sollte, aus Gründen der Luftqualität, Lärmbelastung und Aufenthaltsqualität. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Brötchentaste strikt auf kurze Parkzeiten und klar definierte Bereiche zu begrenzen, um den Missbrauch zu verhindern. Parallel wollen wir die Fahrradinfrastruktur deutlich verbessern, zum Beispiel durch mehr sichere Abstellmöglichkeiten, komfortable Wegeführungen und Vorrangrouten. Unser Ziel ist ein ausgewogenes Konzept, das sowohl Erreichbarkeit als auch Umweltfreundlichkeit sichert – ohne den lokalen Handel zu gefährden.


Velbert anders: Auch Menschen mit körperlicher Einschränkung muss eine Mobilität ermöglicht werden, um eine Teilhabe am täglichen Leben zu gewährleisten. Damit für alle Bürgerinnen und Bürger die Innenstadt zu erreichen ist, sollte die eine Gruppe nicht auf Kosten einer anderen ausgeschlossen werden. Daher sind wir gegen die Abschaffung einer „Brötchentaste“.

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Bild von Kreuzung am Berg - Übersicht

ADFC schlägt fahrradfreundliche Umgestaltung der Kreuzung "Am Berg" vor

Der Knotenpunkt Heiligenhauser Straße/Heidestraße/Jahnstraße/Posener Straße ist für Radfahrer in vielen Teilen nicht…

Lösungsalternativen für eine fahrradfreundliche Gestaltung der Windrather Straße

Ein Ausbau der Windrather Straße auf 6 Meter bei gleichzeitiger Erhöhung der maximalen Geschwindigkeitsbeschränkung ohne…

https://velbert.adfc.de/artikel/kommunalwahl-2025-unsere-fragen-an-die-parteien

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